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DQHA Hall of Fame 2001: Alan M. Jacob

01.02.2001 12:00

Happy Birthday Alan M. Jacob!

Von “Cowboys and Kisses” singt Popstar Anastasia in einem ihrer Hits. Der Mann, der sich mit beidem auskennt, wird dieses Jahr 75 (2001).

Play the game: Er war einer der Ersten, der Quarter Horses und damit das Westernreiten nach Europa brachte und sie durch seine Auftritte auf der Equitana und mit seinem Rodeo in Deutschland bekannt machte. Er stritt mit den Gründungsmitgliedern der DQHA, ob der zukünftige Verband „Deutscher Quarter Horse Verein“ oder „German-American Quarter Horse Association“ heißen sollte. Kurz, er war es, der den Stein ins Rollen brachte, und dafür mit der Aufnahme in die DQHA Hall of Fame belohnt wurde.

Geboren wurde Alan in San Francisco, als Sohn eines Ranchers, der starb als Alan zehn Jahre alt war und von da an hatte Alan eigentlich nichts mehr mit Pferden zu tun. Mit 17 Jahren ging er zur Marine und kämpfte am Pazifik. Mit „Ich wusste wie man Menschen tötet, bevor ich wusste wie man sie macht“, kommentierte er seine Kriegszeit. Nach dem Krieg folgte ein Orientalistik-Studium und die Arbeit als freier Journalist für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Egal ob als Korrespondent in Japan und Singapur oder als NBC – Radioreporter, Alan machte fast alles, aber nichts mit Pferden oder Rodeos.

1964 verschlug es den damals 38jährigen nach Sardinien, auch dort sollte er einige Artikel schreiben. Sehr schnell fand er sich dann allerdings in den ersten Spaghettiwestern wieder, die gerade auf der Insel gedreht wurden. „Oakie für Oakie“ und „Blood River“ hießen die beiden Filme, an die sich wahrscheinlich niemand mehr erinnert. Immerhin, Clint Eastwood war dabei und „we did the Mädchen für alles“.

Ein Jahr später traf Alan in Paris David Hamilton, der schon damals ein bekannter Fotograf war. Sie feierten gemeinsam viele Feste und Partys. Auf einer besonders großen Party wurde Alan einem Model vorgestellt und wollte unbedingt mit ihr ins Gespräch kommen. Sie fragte: „Was tust du in Europa?“ Alan musste überlegen, freie Journalisten gab es in Paris eine Menge, damit konnte man also keine Frau beindrucken. „Ich bringe das Rodeo nach Europa“ sagte er, selbst verblüfft über seine Idee. Er hatte, was er wollte: eine lange Unterhaltung. „Mothers love good boys, but girls love cowboys, you know.“ Grinst er. Die junge Dame verschwand zwar später mit ihrem Freund, aber Alan spukte eine Idee im Kopf herum. Drei Jahre dauerte es, bis aus dem Geistesblitz ein wirtschaftliches Konzept wurde, das Sponsoren überzeugte. 1970 war es dann endlich so weit, in Liverno landete ein Schiff mit amerikanischer Flagge. Von Bord gingen: 100 wilde Mustangs, 80 Reitpferde-Paints, American Quarter Horses und Appaloosas, 40 Bullen, 40 Roping Stiere, 44 Kühe, 12 Mulis, 16 Long Horns, 16 echte Indianer, 120 Cowboys, Stallhelfer, Beleuchter und eine Katze. Die ungewöhnliche Schiffsladung fand in einer Kaserne einen Unterschlupf, den sie mit dem ersten Rodeo Europas bezahlten. Damals waren die 11000 Zuschauer begeistert von dem, was sie sahen.“It was really big and really wild“ erinnert sich der Horseman.

Die Mannschaft zog weiter nach Genua, Rom, Turin, Zürich, Rouen und Paris. An Deutschland dachte damals noch niemand. Die „wilde Truppe“ hatte damals einen Riesenerfolg, umso schlimmer war es für Alan, dass ein Finanzier Geldprobleme hatte und ausbezahlt werden musste. Das Rodeo war pleite, Alan verkaufte alle Tiere und kam auf vielen Irrwegen nach Deutschland zu Familie Becker, die damals Isländer züchtete, sie fanden Gefallen an dem Cowboy und Alan blieb. Eines Abends traf Alan zwei Soldaten der Army, die das erste Rodeo gesehen hatten. Sie ermutigten ihn, ihren General  in Heidelberg zu fragen, ob dieser nicht an einem Rodeo interessiert wäre.

Der General war begeistert, als Alan ihm die Idee vortrug, denn es sollte gerade zu dieser Zeit ein amerikanisches Volksfest organisiert werden, ein Rodeo war da genau das Richtige. Über die Finanzierung war man sich schnell einig: Die eine Hälfte sollte vorher, die andere nach der Veranstaltung bezahlt werden. Für seine Vorauskasse aber wollte der General etwas sehen, was Alan nicht mehr hatte: Pferde. Kein Problem für den findigen Cowboy, er lud seinen Geldgeber zu den Beckers ein und servierte Steaks und jede Menge Whisky. Es wurde bis tief in die Nacht gefeiert und getrunken. Am nächsten Morgen um fünf Uhr machten sie einen Ausritt zu den wilden Pferden. Zwei Stunden ritten sie durch den kalten Dezembermorgen, dem Soldaten war kalt und er hatte höllische Kopfschmerzen so dass er, als sie Pferde am Horizont sahen, einfach kurz hinsah und wieder umkehrte. Bis heute weiß der General nicht, dass er die Isländerherde der Beckers gezeigt bekam. Alan kaufte von dem Geld so viel Tiere wie möglich. Im Juni 1971 erlebte Berlin sein erstes Rodeo USA. Von dort ging die Tour quer durch Deutschland.

Da auch Cowboys einmal Ruhe brauchen, musste ein Quartier für Mensch und Tier gefunden werden. Hier bot sich die Geisenmühle in Otterberg an, die in  der Szene unter dem Namen American Horse Farm bekannt wurde. Hierher wurden dann die ersten größeren Importe von American Quarter Horses gebracht. Alan weiß gar nicht mehr so genau wie viele Pferde er sin seinem Leben verkauft hat, aber es werden insgesamt rund 700 Tiere gewesen sein. Damals wollten die Leute hauptsächlich Foundation gezogene Pferde, was auch der Grund war, den ersten Deckhengst nach Europa zu holen: Bulls Billy Van. Noch heute (2001) hat Alan einige Hengste in Otterberg aufgestellt, u.a. Andy Poco, einen King und Poco Bueno gezogenen Rapphengst. Klangvolle Namen verbinden sich mit den ersten Quarter Horse Käufern: Gräfin von Papenheim, Gräfin Arco-Zinneberg, Prinz Philip und jede Menge Leute, die noch heute im Geschäft sind. Jedem Kunden hat Alan immer gesagt:“ Ich muss dich warnen, dieses Pferd wird dein gesellschaftliches Leben verändern.“ Man wird neue Freunde gewinnen, mit ihnen über Bits, Sättel und Pferde reden, dieser Vierbeiner wird ein Teil des Lebens“. Auch Alan widmete sein Leben den Pferden, die Westernpferderassen nach Europa zu bringen war für ihn nie ein wirkliches Geschäft. „I had to put more into it than I got out. It was a labor of love.” Noch heute erinnert er sich an die Stallgassenpartys auf den ersten Turnieren, wo er gemeinsam mit Johannes Orgeldinger, Kay Wienrich, Bartmanns und vielen anderen feierte. Zu dieser Zeit herrschte ein anderes Zusammengehörigkeitsgefühl, es spielte keine Rolle, was für ein Pferd man hatte, wer Western ritt war dabei und versuchte für diese Reiterei die Anerkennung der Warmblut – Szene zu bekommen.

„It was a battle we all had to fight.“ Nicht immer war es leicht das Deutsche Quarter Horse vorzustellen, oft wurde Alan ausgelacht, wenn er für eine Showeinlage auf einem Englisch Turnier die Bahn betrat, doch meistens musste er danach erklären, wie er es schafft, dass seine Pferde so gut auf der Hinterhand arbeiten, oder wieso diese Tiere so ruhig sind. „Coming in it was laughing, coming out it was respect“, sagt er.

Stolz ist der Amerikaner, wenn er sieht, was aus seiner Pionierarbeit geworden ist, da war es natürlich eine große Ehre für ihn, als er den Brief der DQHA bekam, dass er in die Hall of Fame aufgenommen wird.

Wenn er zurückblickt – dazu hat er nach eigenen Angaben viel Zeit – ist er froh, dass er seine Träume verwirklicht hat. „If you are a dreamer, go for it!“ ist seine Botschaft. Er sieht das Leben wie ein Spiel, gut zu spielen ist wichtig, Gewinnen nur zweitrangig. Ans Alt werden denkt Alan bei weitem nicht – immer noch hat er Träume und Pläne, zu denen unter anderem ein vierjähriger Andy Poco Sohn gehört, der bald Turnierluft schnuppern wird. Alan ist fit wie eh und je, „oberhalb der Augenbrauen“ fühle er sich wie 45, nur der Rest sei 75. Im Durchschnitt ist er jetzt also 60 Jahre alt und das ist genau das richtige Alter um das Leben zu genießen und Träume zu verwirklichen. Alle die diesem Horseman gratulieren wollen, sollten sich den 16. Mai in ihrem Kalender vormerken.

Sebastian Petroll


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