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DQHA Hall of Fame 2004: Heidi und Jochen Risse

01.02.2004 12:00

Mit dem Ehepaar Risse nimmt die Deutsche Quarter Horse Association ein hoch verdientes Züchterpaar in die Hall of Fame auf. Heidi und Dr. Jochen Risse wuchsen gewissermaßen mit der Westernreitszene in Deutschland auf.

Während Jochen Risse auf den Turnieren von Erfolg zu Erfolg eilte, setzte Heidi Risse der deutschen Zucht von American Quarter Horses ihren Stempel auf. Viele erfolgreiche Pferde stammen aus ihrer Zucht. Nicht zuletzt hat der Name Risse in der Ruhmeshalle der DQHA schon lange einen guten Klang mit den beiden Hall of Fame – Stuten Deanna Socks und Sun Up Josie (zuletzt im Besitz von Wilhelm Just).

Der Internist Dr. Jochen Risse wurde 1993 in Münster geboren. Schon als Kind war er pferdenärrisch. Das erste Mal saß er als Sechsjähriger auf einem Brauereipferd in Berlin. Später erkannte seine Tante in Uelzen sein Talent und förderte ihn. Jochen ritt Dressur und Springen und machte das Reiterabzeichen in Bronze. Auch seine Frau Heidi hatte die Pferdeleidenschaft von klein auf gepackt. Aber erst durch Jochen kam sie zum Reiten. Kennen gelernt hatten sich die beiden im Krankenhaus in Hamm/Westf., wo Jochen damals als Oberarzt tätig war und Heidi im Labor arbeitete. Sie kauften sich die ersten eigenen Pferde – Shagya Araber – und nahmen an vielen Wanderritten teil. Weil die Pferde ans Haus sollten, kauften sich die Risse 1975 den ersten eigenen kleinen Hof.

Irgendwann genügte dann das Geländereiten nicht mehr. Es wurden Zeitschriften gewälzt und Messen besucht. Auf der Equitana lernten die beiden Jean Claude Dysli und damit das Westernreiten kennen. Vom Fleck weg engagierten sie ihn zu einem Reitkurs. 1976 kauften die Risses bei Bärbel Harlos ihr erstes American Quarter Horse, den damals 2-jährigen Easters King (von Easter King aus der Peppy June Bug), der auf den damaligen kleinen Turnieren viele Allaround Titel gewann. Es folgten mehrere Fohlen darunter Peppys Tiger Sam (von Tiger Spark aus der Peppy June Bug). Dieser lief dann bereits auf den größeren Turnieren an die Spitze. Inzwischen gab es auch die ersten AQHA Shows mit Dr. Barry Wood als ersten AQHA Richter in Deutschland. Dann ging es Schlag auf Schlag. Sun Up Josie (von Buckskin Dear aus der Wimpy’s Peggy) stellte den ersten Grand Champion der Stuten in Deutschland. „Dr. Wood brachte uns damals bei, dass man bei Halter Prüfungen ohne Chaps und Sporen und auch besser nicht mit aufgekrempelten Hemdsärmeln erscheinen sollte“, erinnert sich Heidi Risse lachend. „Zur damaligen Zeit baten wir nach jeder Show den Richter um Informationen und Kurse. Das wäre heute undenkbar. Wir nahmen sie auch schon mal mit zu uns nach Hause und brachten sie nach ein paar Tagen zum Flughafen. Es war eine sehr lustige und lehrreiche Zeit!“

Schnell kristallisierte sich eine ‚Rollenverteilung‘ im Hause Risse heraus: Heidi kümmerte sich in erster Linie um die Zucht. Sie zog die ‚Fäden im Hintergrund‘, war Futtermeister, verantwortlich für Gesundheit und Pflege, Hengstwahl, Geburten und Aufzucht, während Jochen für die Turniererfolge sorgte. Er bildete sämtliche Nachzucht aus und führte sie zum Erfolg. Gleichzeitig prägten die Risses die damalige Szene mit. „Wir waren Gründer des Verbandes der Vaqueros,“ erzählte Jochen Risse. „Jeder, der etwas auf sich hielt, war Mitglied der Vaqueros. Durch diesen Konkurrenzverein näherten sich die DQHA und die EWU wieder, so dass die Vaqueros wieder aufgelöst wurden. Der Verband hatte seine Schuldigkeit getan.“ Jochen Risse war lange Zeit Vorsitzender der DQHA Regionalgruppe Niedersachsen, Obmann des Zuchtausschusses und des Schiedsgerichts und Teamchef des World Nations Cups.

Doch auch Heidi Risse arbeitete aktiv in der DQHA mit. Sie half, die Futurity aufzubauen. „Das ging damals alles noch auf Papier – seitenlang und handschriftlich“, beschreibt sie ihre Tätigkeit. „Da musste spät am Abend noch schnell gerechnet werden, was am nächsten Tag zur Ausschüttung kam. Aber es hat mir viel Freude gemacht.“ Lange Zeit war sie auch im Vorstand tätig und richtete selbst Turniere aus. Hierfür und vor allem natürlich für ihre Zucht wurde sie bekannt, weniger für ihre reiterlichen Ambitionen. „Die hielte sich in Grenzen. Ich hab zwar einige Siege und Allarounds vorzuweisen in Trail, Pleasure und Halter, aber lieber war mir immer die Arbeit hinter den Kulissen und vor allem die Zucht.“

Die Rollenverteilung bewährte sich. Fünfmal wurde Heidi Risse DQHA Züchter des Jahres, davon viermal in Folge (1998-2001), insgesamt zwölf AQHA Champion Titel gehen auf ihr Konto. „Unser Zuchtziel waren immer typvolle, korrekte, schöne und charakterlich einwandfreie Pferde aus turniergeprüften Eltern, die sich gleichermaßen für Halter und Performance eignen. Es sollten keine Spezialisten, sondern Allarounder sein. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen.“

Von Jean Claude Dysli kauften die Risses die Red Roan Stute Sweet Willie (von Bonnets Roan Bar aus der Sweeety Pepper), die beinahe eine amerikanische Vollblutstute ist und noch 30jährig in der Schweiz lebte. Sie brachte viele gute Fohlen, darunter den Doc Chex Sohn Pepper Bonnet. Dieser Hengst wurde vielfacher Deutscher und Europameister in Reining, Trail, Western Riding und Horsemanship, war NRHA Bronze Trophy Champion, World Nations Cup Sieger und Superior Trail Horse sowie vielfacher Allaround Champion. Pepper Bonnet war ins Hengstbuch I eingetragen und brachte die AQHA Champions: Scotch Pepsi (aus Scotch Bar Venture), Dial Pepper Socks (aus der Deanna Socks) und Pepper Tom Chex (aus Powerful Flirt).

Zu Sweet Willy gesellte sich Deanna Socks vom Superior Halter Hengst Mr Dial Socks  aus der Jag A Deanne. Neben vielen eigenen Performance Erfolgen brachte Deanna hervorragende Nachzucht. Fast alle ihre Fohlen waren Futurity Champions. Ein herausragendes Beispiel für die Leistungen dieser Stute ist u.a. Genuinely Socks (von Genuine Sugar), die unter Klaus Kopp viele Siege für sich verbuchen konnte, AQHA Champion Open und Amateur wurde und es unter Daniela Klopfleisch zum AQHA Champion Youth brachte. Deanna Socks starb im Januar 2003. Sie wurde einen Monat später in die DQHA Hall of Fame aufgenommen und steht derzeit an erster Stelle der High Point Liste in Deutschland mit der höchsten Punktzahl der Nachzucht in Halter und Performance.

Der kleine Hof wurde bald zu eng. Die Risses zogen um auf einen größeren Hof mit 10ha Weiden, auf dem sie die Fohlen aufziehen und später anreiten konnten. Jetzt kam Scotch Bar Venture hinzu, eine Stute, die mit Jochen Risse nicht nur viele Deutsche und Europameistertitel holte, sondern sich auch als gute Zuchtstute hervortat. U.a. brachte sie die beiden AQHA Champions Lotta Scotch For Me und Scotch Pepsy. Aus ihr stammen auch die Pferde, die heute noch im Hause Risse stehen: Fritz E Line (von Fritz Power) und Natchez O Lena von Olena San Badger – beides mehrfache Futurity Champions und Champions of Champions 2000 (Natchez O Lena).

Jochen Risse galt als exzellenter Reiter und sogar Vorreiter des auf den Punkt gerittenen Trails. Auf der Höhe seiner Karriere hatte er einen schweren Reitunfall, von dem er sich nur sehr langsam erholte. So musste die Zucht von 20 Pferden auf einige wenige reduziert werden. Schweren Herzens verkauften die Risses ein Pferd nach dem anderen und 2003 den Hof. Heute geht es Jochen Risse glücklicherweise wieder gut. Die beiden sind mittlerweile in den Steigerwald umgesiedelt – mit zwei Pferden versteht sich, denn ohne ginge es nicht. „Unsere Lebensplanung war eine andere“, äußert sich Heidi Risse hierzu. „Aber man muss nach vorne schauen und darf sich nicht unterkriegen lassen.“ Heute bildet Doc Risse talentierte Pferde und junge Reiter aus und findet hierin neue Freude und Befriedigung.

„Ohne Jochens Unfall hätten wir die Zucht und das Turnierreiten nicht aufgegeben“, sagt Heidi Risse. „Gott sei Dank haben wir zwei prachtvolle Stuten behalten – auch wenn wir sie irgendwann wahrscheinlich einfach nur so rumlaufen haben.“ Ohne Pferde jedoch ist für die Risses ein zufriedenes Leben nicht vorstellbar. Über die Aufnahme in die DQHA Hall of Fame freuen sich beide gleichermaßen. „Wir sind stolz und glücklich, in die Hall of Fame aufgenommen zu werden. Es ist eine große Ehre und die Krönung unseres Reiter- und Züchterlebens. Ein wundervoller Abschluss!“ Dabei kommt Heidi Risse auf einen wichtigen Punkt zu sprechen, denn züchterischer Erfolg hängt leider nicht allein von guten Elterntieren ab. „Zu gut gezogenen Pferden gehören auch Reiter, die sie ausbilden und auf Turnieren optimal vorstellen können. Ohne diese ist ein Züchter verloren!“ sagt sie. „Viele unserer Fohlen sind ‚im Wald verschwunden‘. Auch darüber sind wir froh, denn diese Pferde hatten keinen Turnierstress mit dem manchmal unvermeidlichen harten Training. Aber einige sind auf Turniere gegangen und haben uns zu unserem Erfolg verholfen. Unser Dank gilt diesen Pferden und den Reitern, die sie so weit brachten.“


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