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Ranchhorse Verein Classic
03.07.2021 - 04.07.2021
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Da steckt doch der Wurm drin…

..oder nicht? Pferde sind nie ganz frei von Würmern, es geht stets darum, den Befall in einem für das Tier erträglichen Rahmen zu halten. Da viele verschiedene Wurmarten „Gefallen“ am Leben in unseren Pferden finden, müssen bei der Bekämpfung verschiedene Wirkstoffe zu den für die jeweilige Art sinnvollen Zeiten eingesetzt werden. Wie immer sind junge Tiere noch nicht so gut in der Lage, sich gegen schädliche Umwelteinflüsse wie z.B. einen Wurm zu wehren und ein Befall wirkt sich bei ihnen auf Grund ihrer geringeren Körpermasse auch sehr viel deutlicher aus. Dies führt uns vor Augen, warum ein striktes Entwurmungsregime beim Fohlen unumgänglich ist. Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, einen schlechten Allgemeinzustand und Durchfall können Anzeichen dafür sein, dass im Fohlen der „Wurm los ist“. In schlimmen Fällen können Koliken, Ödeme, Leberschäden und Lungenschäden (die dann das gesamte Pferdeleben bestehen bleiben), Darmschleimhautentzündungen, neurologische Symptome oder sogar der Tod durch Wurmbefall hervorgerufen werden.

Die Stute sollte nach Absprache mit dem behandelnden Tierarztes vor dem Verbringen in die Abfohlbox oder direkt nach dem Abfohlen mit einem Ivermectin-Präperat gegen Rundwürmer behandelt werden. Der Wirkstoff gelangt durch die Blut-Euter-Schranke auch in die Milch und dient so als erste Entwurmung für das Neugeborene. Leider schleicht sich auf diesem Wege auch der Zwergfadenwurm in den Organismus des Fohlens ein. Daher muss es um den Zeitpunkt der Fohlenrosse, also spätestens am  7.  Lebenstag mit Ivermectin oder Fenbendazol behandelt werden. Diese Wirkstoffe sind besonders verträglich und die Dosierung orientiert sich am Gewicht des Fohlens. Von da an sollten diese Wirkstoffe alle 14 Tage verabreicht werden, ab der 8. Lebenswoche droht Spulwurmbefall, dieser ist auf Grund der Größe der Parasiten für Fohlen besonders gefährlich, da er Darmverschluss oder sogar Darmriss verursachen kann. Von nun an wird je nach Empfehlung des behandelnden Tierarztes in Hinblick auf den Infektionsdruck in regelmäßigen Intervallen von 2-8 Wochen entsprechend behandelt bis das Fohlen abgesetzt wird. Der Jährling kann in das allgemeine Entwurmungsschema für erwachsene Pferde übernommen werden.

Entwurmungsschema für erwachsene Pferde:

Monat

Januar

April/Mai bzw. 3 Tage vor Weideauftrieb

Juni/Juli

August/ September

Oktober/November

Wurmart

eventuell Zweitbehandlung gegen Magendasseln und Rundwürmer

Rundwürmer

Rundwürmer und Bandwürmer

Rundwürmer

Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln

Wirkstoff

Ivermectin

Ivermectin oder Pyrantel

 Praziquantel und Ivermectin oder Pyrantel

Ivermectin oder Pyrantel

Ivermectin und Praziquantel

 

Grundsätzliches zu Wurmkuren:

Man kann die Wirkung einer Impfung verbessern, wenn das Pferd ca. zwei Wochen zuvor entwurmt wird, da die Parasiten dem Körper wichtige Stoffe für die Immunreaktion entziehen.

Alle Pferde eines Betriebes, insbesondere wenn diese sich Stall und/oder Weide teilen, sollten zeitgleich behandelt werden um dem „Ping-Pong-Effekt“ vorzubeugen.

Eine gute Stall- und Weidehygiene, vor allem das regelmäßige Abäppeln(nicht abschleppen!) der Weideflächen, Paddocks und Boxen, kann sich stark hemmend auf die Ausbreitung der Parasiten auswirken. Auch eine Desinfektion der Stallgebäude kann bei einigen Wurmarten Sinn machen, um Larven und Eier zu vernichten. Eine Wechselbeweidung mit Wiederkäuern, das Ausbringen von Kalk-Stickstoff im Frühjahr, Wechselweidewirtschaft und eine niedrige Besatzdicht (ideal 2Pferde/ha) sind weitere Möglichkeiten, eine weide möglichst Parasitenarm zu halten.

2-3 Tage nach der Entwurmung ist die Eiausscheidung am höchsten-in dieser Zeit sollten die Pferde die Weideflächen nicht betreten um diese nicht übermäßig zu kontaminieren.  Zudem muss verstärkt auf die Hygiene geachtet werden.

Bei einigen Wurmarten treten bereits Resistenzen gegen Anti-Helmintika auf. Diesen kann nur entgegengewirkt werden, wenn immer eine ausreichenden Menge Wurmkur verabreicht wird und zudem der Wirkstoff regelmäßig gewechselt wird. Sollten bewährte Wirkstoffe nicht die gewünschte Wirkung erzielen, so sollte mit dem behandelnden Tierarzt eine eventuelle Gabe von Moxidectin diskutiert werden. Hierbei ist aber eine genaue Dosierung besonders wichtig, da es sonst zu schweren Nebenwirkungen kommen kann.

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